Schüler berichten über den Austausch mit München – 2001
EINKAUFEN IN MÜNCHEN
Samstag den 31. März, 12h30 : Wir stehen alle auf dem Marienplatz und überlegen uns, in welche Richtung wir gerne gehen möchten. Natürlich ist München viel grösser als Morges und es gibt zehnmal mehr Geschäfte. Wir fühlen uns ein wenig verloren und kaum beachtet, aber gut, das ist die Rolle des Touristen, denke ich .
Nach einiger Zeit schlägt jemand vor, daß wir alle zusammen in der Kaufingerstrasse einkaufen gehen. Ich bin schon überzeugt, daß das eine schlechte Idee ist. Ich sage mir sofort:“ Henriette, schweig!!!“.
Kaufingerstrasse, 14h00: Bis jetzt sind wir noch nicht in einen einzigen Laden gegangen, wir sind nur herumgelaufen und haben gewartet. Das finde ich am schlimmsten und habe kein Geduld dafür. Ich denke:“Jemand muss etwas unternehmen, sonst bleiben wir noch eine Stunde lang hier und warten“. Ich mache also den Vorschlag, dass wir vielleicht zwei Gruppen machen könnten und zum Glück sind beinahe alle einverstanden.
Leopoldstrasse,14h30: Jetzt bin ich mit ein paar anderen im „Pep“ (Einkaufszentrum) in Neuperlach und habe mein ganzes Geld schon ausgegeben!
Ich würde sagen, so ist es in München beim Einkaufen: Entweder sehr langweilig oder viel zu spannend.
Henriette van AlkemadeEin Wochenende in meiner Gastfamilie
Wir sind am Freitag, 30. März um 17h47 in München angekommen. Dann haben wir in unserer Gastfamilie gegessen. Nach dem Essen sind wir in eine Bar gegangen. Dort waren ungefähr 25 Schüler aus der Schweiz und aus München. Wir haben viel gelacht und wir sind um Mitternacht ins Bett gegangen.
Am Samstag haben wir den ganzen Vormittag geschlafen und nach einem kleinen Frühstück sind wir am Nachmittag mit der U-Bahn zum Olympiastadion gefahren. Dort waren 45000 Menschen! Bayern spielte gegen Werder Bremen, sie haben 2:3 verloren.
Dann sind wir mit der U-Bahn nach Hause gefahren.
Zum Abendessen haben wir etwas Typisches gegessen. Die Speise war ein bisschen speziell, aber schmeckte gut!
Am Abend sind wir mit dem Fahrrad zu einem Fest gefahren. Ein Partner hatte seinen Geburtstag. Die ganze Klasse war dort, jeder mit seinem Partner.
Wir sind den ganzen Abend dort geblieben und haben viel gelacht! Als das Fest zu Ende war, war es schon spät, so sind wir alle sofort nach Hause zurückgegangen.
Nach einer langen und guten Nacht haben wir ein Frühstück gegessen und dann sind wir in einen kleinen Park gegangen, um Basketball zu spielen. Es war ziemlich heiss und wir haben beschlossen, in den Englischen Garten zu gehen. Wir sind um drei Uhr mit unseren Fahrrädern hingefahren. Das Wetter war wunderschön und dort sind wir den ganzen Nachmittag geblieben.
Als es dunkel wurde, haben wir beschlossen, nach Hause zurückzufahren.
Dann haben wir gegessen und wir haben mit unserer Gastfamilie einen Moment gesprochen. Und dann sind wir ins Bett gegangen, um eine gute Nacht zu haben. Wir haben ein schönes und lustiges Wochenende in München gehabt.
Vincent DevantayDas hat mich erstaunt!
München ist etwas Besonderes. Die Leute sind alle nett. Die Münchner sind wirklich lustig, man lacht immer und man macht alles zusammmen, wie zum Beispiel ausgehen, Basketball spielen oder in den Englischen Garten gehen. Viele hören Hiphop an und gehen zu den Fussballspielen von Bayern München. In unserer Austausch-Schule haben mich die Kruzifixe in den Klassenzimmern sehr erstaunt.
Loic NordmannWas meinen Partner bei uns überraschen wird.
Zuerst gibt es einen grossen Unterschied. Morges ist viel kleiner als München. Ich glaube, dass das Frühstück eine Überraschung sein wird. Weil die Leute in Deutschland lieber Salziges als Süsses essen. Und in der Schweiz gibt es sehr wenig Leute, die salzig essen.
Ausserdem gibt es in Morges nicht so viel Geschäfte wie in München. Und ich finde, dass es in der Schweiz teurer ist als in Deutschland.
Es gibt auch anders gebaute Straßen. In Deutschland ist der Radweg auf dem Bürgersteig, in der Schweiz dagegen ist der Radweg auf der Strasse, wo die Autos fahren. Und ich glaube, dass das in der Schweiz gefährlicher ist, weil man neben den Autos fahren muss. In Deutschland ist es ruhiger zu fahren als in der Schweiz.
Ich möchte gerne vom Bier erzählen. In Deutschland ist das Bier sehr sehr gut, und es gibt verschiedene Sorten. In der Schweiz hingegen gibt es nicht viel Biere. Die Leute sind gewohnt, starkes Bier zu trinken.
Natürlich hoffe ich, dass unsere deutschen Freunde Französich verstehen werden, weil unsere Klasse nicht das Französisch spricht, das in den Büchern steht. Das wird sie vielleicht überraschen.
Jetzt will ich noch über die Schokolade sprechen. In der Schweiz gibt es die beste Schokolade und ich bin sicher, dass sie das mögen werden. Sie werden jeden Tag Schokolade essen wollen.
Es gibt zwei Sachen, die in der Schweiz sehr wichtig sind. Das erste ist die Sauberkeit und das zweite ist die Pünktlichkeit. Diese zwei Dinge werden unsere Austauschpartner sicher überraschen.
Aber ich bin sicher, dass sie dennoch viel Freude haben werden.
Lucia PassaroMöchten Sie in München leben ?
München ist sicher eine sehr schöne Stadt, aber ich glaube, dass ich nicht hier leben möchte. Für mich ist diese Stadt zu gross, und natürlich gibt es zu viele Leute. Niemand nimmt Rücksicht auf die anderen. Man grüßt sich nicht.
In der näheren Umgebung von München gibt es keinen See und keine Berge. Ich schätze das Schweizer Relief. München ist zu flach, aber das ist praktisch, um mit dem Fahrrad zu fahren.
In der Schweiz sind die Entfernungen sehr kurz: man kann schnell die Umgebung wechseln. Mein Dorf ist ein typisches Beispiel: Es liegt auf dem Land, aber es liegt auch in der Nähe einer Stadt (nur einen Kilometer!).
Ich bin die Ruhe sehr gewohnt. Mein Dorf ist sehr leise: wenig Autos, keine U-Bahn, und wenig Leute (nur 900 Einwohner, und das ist schon ein grosses Dorf!). Alle kennen sich und grüssen sich.
Dennoch finde ich, dass München schöner ist als Lausanne. Das ist eine saubere Stadt mit vielen alten und wunderschönen Bauwerken. Die Stimmung in den Cafés ist angenehm.
Ich denke, dass ich nicht in einer grossen Stadt leben möchte. Ich mag das Landleben viel zu sehr. Ich könnte nicht glücklich sein, wenn ich in einer Stadt wohnte.
München ist schön, aber für mich zu gross.
Anne Lambelet
Vergleich Gymnase de Morges - Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium
Das WHG (Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium) ist das grösste Gymnasium in München mit knapp über 1000 Schülern.In Bayern ist die Schule ganz anders als in der Schweiz. Dort dauert das Gymnasium 9 Jahre. Die Schüler beginnen es mit ungefähr 10 Jahren.
Aber ich möchte sagen, dass der Korridor und die Treppen sehr breit sind! Ja, dort kann man aneinander vorbei gehen! Aber es gibt keinen Lift. Also können die Münchner Schüler nicht zu spät in den Unterricht kommen, weil der Lift eine Panne gehabt hat.
Es sind, wie bei uns, ungefähr 20 in einer Klasse, aber sie haben viel mehr Platz als wir! Es gibt viele Klassen, aber wir können sagen, dass das Material in der Schweiz besser ist als in Deutschland. Und wir haben Teppiche!
Der Unterschied rührt auch daher, dass das Gymnase de Morges anfangs kein Gymnasium war, sondern ein Büro.
In WHG haben die Schüler:
· eine Schülermitverwaltung, kurz SMV. Diese vertritt die Interessen der Schüler und versucht die Schule für sie interessanter zu machen.
· ein Radio, das einmal pro Woche in der Pause Songs spielt, um die Schüler und Schülerinnen zu unterhalten.
· eine Zeitung, die zweimal pro Jahr erscheint. Sie enthält Interviews, Reportagen über aktuelle Themen in München, Bilder und Umfragen und vieles andere mehr. Es gibt auch einen Ort, wo die Schüler rauchen können, und zwar unter einem Pavillon auf dem Pausehof draussen.
Es gibt auch einen kleinen Theatersaal.
Was die Münchner leider nicht haben, ist eine Cafeteria! Aber sie brauchen sie nicht, weil sie sich in der Pause etwas zu essen kaufen können. Kurz nach 13 Uhr schließt meist der Unterricht - am Nachmittag haben die Schüler frei!!! -, also können sie zu Hause essen.
Carole JotterandDer Deutsche und sein Auto
In München kann man viele schöne Autos sehen, die sehr luxuriös sind.Es gibt fast nur deutsche Marken wie Audi, Opel, Mercedes-Benz, aber auch andere Marken wie Renault und Citröen. Natürlich gibt es am meisten BMWs, weil die aus Bayern kommen. Der Sitz von BMW, das „Bayerische Motoren Werke“ bedeutet, liegt in München, in einem grossen Turm, wo man ein Museum der Geschichte von BMW besuchen kann.
Ich bin in den BMW eines Freundes meines Austauschpartners eingestiegen. Er war sehr bequem. Man hatte viel Platz und die Bezühe waren aus Leder. Er hatte eine ganz moderne Ausrüstung: ein Navigationssystem, einen grossen Bildschirm, ein Telefon, usw. Er fuhr sehr schnell und machte keinen Lärm. Er kam mir sehr leistungsstark vor.
In Deutschland haben die Autos eine ganz besondere Bedeutung für die Leute. Die Deutschen lieben wirklich ihren Wagen und sind sehr stolz auf ihn. Sie möchten sehr gern ein luxuriöses Auto haben und nehmen manchmal dafür einen Kredit auf. Sie essen lieber wenig, um genug Geld für ein gutes Auto zu haben.
Man sagt, dass das Lieblingskind eines Deutschen sein Auto ist!
Cedric PaulouLeider ist das bei uns nicht so!
Es macht mir immer Freude, nach Deutschland zu fahren, weil dieses Land sehr bequem ist: Die Menschen sind warmherzig und hilfsbereit, Straßen und Häuser sind sauber und die Bäckereien fließen über von leckeren Kuchen und Brötchen. Außerdem finde ich, daß es nicht viele große Unterschiede zur Schweiz gibt. Man sieht neue Gesichter und Landschaften, aber man fühlt sich nicht ganz verloren. Deutschland ist das ideale Land, um erholsame Ferien zu verbringen.
Während dieser Woche habe ich den Englischen Garten geschätzt. Es ist angenehm , in diesem Park zu bummeln oder auf einer Bank zu sitzen und Musik anzuhören (Musiker spielen nicht so oft auf den Schweizer Straßen). In Morges haben wir nur einen kleinen Park, wo allerlei Tulpen im Frühling wachsen. In dieser Zeit wandern so viele Leute, daß man die Blumen nur schwer bewundern kann. Der Englischen Garten dagegen scheint nie überfüllt.
Leider bewegen sich die Schweizer nicht soviel mit dem Fahrrad wie die Deutschen. Es gibt keine speziellen Wege für die Radfahrer. Da muss man immer auf die Autos aufpassen. Ich würde mich unabhängiger fühlen, wenn ich leichter mit Fahrrad fahren könnte.
Trotz dieser Vorteile könnte ich nicht in Deutschland leben. Ich brauche es, in der Nähe des Genfer Sees zu wohnen. Obwohl es mehrere Seen in der Gegend von München gibt, reicht es mir nicht. Der Genfersee und der Mont Blanc sind unersetzlich!
Coralie PittetWie sehen die Deutschen die Schweizer ?
Zu diesem Thema fielen mir selber zuerst zwei Fragen ein :
1. Wie stelle ich mir die Schweiz vor ? Was fällt mir spontan zur Schweiz ein ?
2. Wie stelle ich mir die Schweizer vor ? Wie könnte ich dieses Volk beschreiben ?
Diese Fragen habe ich dann verschiedenen Personen gestellt. Die Antworten waren sehr klar, bildlich, besonders zur ersten Frage.
Für Jugendliche ist die Schweiz ein buntes Land. Sie erwähnten nämlich grüne Landschaften, einen blauen Himmel, denn das Wetter soll fast immer wunderschön sein, weisse verschneite Berge, usw. Dann wurde auf Details hingewiesen: der gute Käse, die leckere Schokolade, die roten Taschenmesser und natürlich auch die tollen Uhren.
Für Sportler ist die Schweiz ein ideales Land, um Ski zu fahren.
Ökonomisch gesehen soll das Land besonders reich sein. ‘Alles ist so teuer’
Doch wie sind die Schweizer eigentlich ?
Nur wenige wagten sich zu dieser Frage zu äußern. Die meisten hatten keine Ahnung. Man weiß von dem Volk nicht viel, außer dass es verschiedene Sprachen spricht und sehr reich ist.
Ein Jugendlicher sagte sogar, dass die Schweizer überhaupt nicht großzügig wären, sondern geizig. Ansonsten seien die Menschen sympatisch, nett, lustig wegen ihres Dialekts.
Insgesamt stellten die Befragten das Land positiv dar. Jeder war schon einmal in der Schweiz oder möchte auf jeden Fall einmal hin. Es ist ein Land, das viel ermöglicht, alles hat jedoch seinen Preis.
‘Die Schweiz ist die Insel Europas’, sagte ein Schüler. Diese Aussage fand ich sehr treffend, weil die Schweiz sich schon immer von Europa distanziert hat. Sie liegt weit vom Ufer, aber gehört trotzdem geographisch dazu.
Zum Schluss möchte ich noch eine letzte Bemerkung zitieren, die ich grossartig fand : ‘Die Jugendlichen sind genauso wie wir. Es sind einfache, unkomplizierte Menschen, mit denen ich mich sehr gut verstehe.’, sagte eine Austauschschülerin und zwinkerte mir dabei zu.
Jaqueline Schmitz
Der Englische Garten
Das ist ein grosser Park im Nordosten des Münchner Stadtzentrums. Er ist fünfzehn Kilometer lang und man kann schöne Spaziergänge auf vielen Wege machen. Es gibt dort auch einen kleinen See, wo man mit Tretbooten wie in der Schweiz fahren kann. Er wird von der Isar gespeist. Im Unterschied zum Genfer See kann man in diesem See nicht schwimmen. Aber es ist ein schöner See. Und es gibt auch eine kleine Insel in der Mitte.
Im Englischen Garten gibt es riesige Wiesen und Bäume. Die Leuten liegen auf diesen Wiesen oder treiben ein bisschen Sport. Wenn ich „Leute“ sage, so meine ich nicht einige wenige, sondern viele. Sie wollen alle Sonnne, Grün und frische Luft genießen.
Dieser Park hat mir sehr gefallen. Das ist ein bisschen wie im Schwimmbad: die Jungen treffen sich dort und verbringen ihre Freizeit.
Dort gibt es auch einen „Biergarten“, wo man eine Mass Bier trinken und Brezel essen kann. Viele Leuten gehen in den Biergarten und man sieht, dass Biertrinken eine Gepflogenheit ist. Das Bier schmeckt sehr gut und man sieht natürlich oft ein oder zwei Gestalten,die betrunken sind.
Der einzige Schwachpunkt im Englischen Garten ist, dass es keine Mülleimer gibt. Alle Leute lassen ihre Abfälle auf dem Boden herumliegen. Aber dennoch ist der Park sehr schön.
Christophe JuckerMeiner Meinung nach gibt es nicht so viele Unterschiede. Der grösste ist das traditionelle Getränk: im Waadtland trinkt man Weiß- oder Rotwein, in Bayern dagegen trinkt man viel Bier, sehr viel Bier! Es gibt viele verschiedene Sorten, die unterschiedlich stark sind. Die meisten Bayrischen Biere sind ja weltberühmt.
Das Essen ist auch verschieden: bei uns isst man Fondue und Raclette, Kohlwurst und „Papet Vaudois“. Hier isst man Brezel, Käse (der aber nicht so gut ist wie bei uns), und, was mich sehr erstaunt hat, nicht so viel Bratwurst (Gott sei Dank!).
Ich habe den Eindruck, dass es in Bayern mehr Leute mit blonden Haaren gibt als im Waadtland.
Was ich von der Bayrischen Landschaft gesehen habe, gefiel mir sehr: viele Felder, wie bei uns, aber wenig Hügel und fast keine Weinberge (wie schade!). Die Landschaft scheint mir sehr sumpfig zu sein, wie am Nordost-Rand des Neuenburger Sees. Ich weiss gar nicht, wie gross Bayern ist und wieviele Naturschutzgebiete es gibt, aber im Waadtland gibt es ungefähr 150 Naturschutzgebiete!
Was mir in der Landschaft aufgefallen ist, war das Schild: “Passen Sie auf die Frösche auf!“. Das hatte ich im Waadtland noch nie gesehen, außer in Naturschutzgebieten.
Zum Schluss denke ich, dass das Waadtland und Bayern beide sehr schön sind, und dass es viele Ähnlichkeiten gibt.
Myriam LambeletMissverständnisse
Als wir noch im Zug nach München waren, haben wir einige Sätze, die häufig im Deutschen benutzt werden, wiederholt. Wir wollten ja gut vorbereitet ankommen! Einer hat gesagt: “Guten Tag, ich bin enttäuscht, Sie kennenzulernen.“ statt zu sagen: “Ich bin erfreut, Sie kennenzulernen.“ Wir haben alle viel gelacht und haben ihm gesagt, dass er das nicht zu seiner Gastfamilie sagen sollte!! Sie dürfen dreimal raten, was ich zu meiner Gastfamilie gesagt habe!
Einer von uns wollte Bratwurst essen und die Gastmutter hat ihn auch gefragt, ob er Wurst zum Abendessen wollte. Er hat sich schon sehr gefreut, aber die Gastmutter hat ihm eine Wurstplatte mit Schinken und ähnlichem aufgetischt. Da hatte er Grund enttäuscht zu sein!
Wir waren alle erstaunt, dass man, wenn man um Wasser bittet, fast immer kohlensäurehaltiges Wasser bekommt.
Ich kann auf deutsch nicht alles verstehen, so ist es sehr schwer eine Frage, die ich nicht verstanden habe, zu beantworten. Und ich will nicht, dass die Leute immer die Sätze wiederholen müssen. Also antworte ich etwas Blödsinniges, und dann, später, verstehe ich, was sie meinten, und dass ich das Gegenteil geantwortet habe!
Natacha AgassizBevor wir in München ankamen, hatten wir ein Vorurteil über das Essen in Deutschland. Zum Beispiel sagten wir, daß die Deutschen nur Bratwürste, Schnitzel oder Kartoffeln essen. Aber das war eigentlich ein einziges Vorurteil. Während der ganzen Woche habe ich weder Bratwurst noch Schnitzel gegessen.
Außerdem ist es sehr schwierig, mich in puncto Essen zufrieden zu stellen. Wenige Dinge schmecken mir. Deshalb hatte ich ein bißchen Angst, nach München zu fahren. Aber jetzt kann ich beruhigt sein, weil alle Essen, die ich hier zu mir genommen habe, mir geschmeckt haben. Ich habe auch eine Spezialität von München probiert: Knödel. Die habe ich ein wenig sonderbar gefunden. Sie schmeckten nicht schlecht, meine ich, aber ich esse lieber normale Kartoffeln. Es war auf jeden Fall ein interessantes Erlebnis, Knödel zu versuchen. Ich freue mich trotzdem darauf, wieder schweizerische Nahrung zu essen.
Patricia DietschyWas ich von den Schülern gesehen habe, erlaubt mir eigentlich nicht, über das Leben von allen zu reden. Ich werde mich also auf das begrenzen, was ich gesehen habe.
Mein Austauschpartner heißt Robin. Ich finde, er führt ein ganz normales Leben, und das einzige, was mich überraschte, war, dass er um Eins mit der Schule schon fertig war. Ansonsten verläuft der Tag ungefähr so:
Er wacht um sieben Uhr Morgens auf, hört ein bisschen Musik, isst nicht unbedingt etwas, und geht vom Haus um etwa Viertel vor acht weg (er muss dann um acht in der Schule sein). Was sonst noch anders ist als bei uns, ist, dass sie nie ein Fach zwei Stunden hintereinander haben. Während der Stunden, fand ich, dass in den Klassen eine ziemliche Anarchie herrschte (die Schüler machen ein bisschen, was sie wollen, und wenn es eine Lehrerin ist, hat sie überhaupt keine Autorität). Sie haben, bis es Eins ist, zweimal Pause (zweimal 20 Minuten), und ansonsten immer 5 Minuten zwischen den einzelnen Fächern.
Um Eins ist er also mit der Schule fertig und er fährt wieder nach Hause mit dem Fahrrad. Da es noch viele Stunden sind, bis es dunkel wird, hat er noch viel Zeit, um am Nachmittag zu tun, was er will, zum Beispiel Basketball spielen gehen, Computer spielen, usw. Natürlich muss er manchmal auch arbeiten, aber das ist nicht zu oft vorgekommen...
Was mich eigentlich auch ziemlich überraschte, war, dass er früh ins Bett ging. Um 21 Uhr spätestens war er schon am Schlafen. Bei mir ist es eher so, dass ich mir noch am Abend einen Film ansehe und dann noch ein bisschen Radio höre, und es ist meistens schon Mitternacht, wenn ich einschlafe.
Am Wochenende treffen sich die Schüler, die miteinander gut auskommen, und gehen aus: auf Feste, in irgendein Pub, oder auch in eine Disco. Tagsüber treffen sie sich auch. Sie gehen entweder in Parks (so wie der Englische Garten), oder machen was anderes z.B. Eis essen gehen, oder Sport treiben.
So ein Leben würde mir auch passen, leider ist es bei uns nicht genau so. Die Schule dauert länger, und am Wochenende wohnen wir zu weit von einander weg, um uns alle zu treffen.
Raphael BlanchardWohnen in München (wie? wo? wie eingerichtet? )
In München leben die Leute nicht anders als bei uns, die Häuser sind ähnlich und die Einrichtung ist auch ähnlich. Es gibt sogar eine „Ikea“ in der Nähe und in meiner Gastfamilie gibt es viele Möbel, die von dort kommen.
Mir ist aufgefallen, dass die meisten einen Teich im Garten haben, das scheint hier Mode zu sein. Ich weiß leider nicht, ob es Fische oder Frösche im Teich gibt.
Das Essen ist auch wie bei uns. Der einzige Nachteil war, dass es am Abend nur Brot und Käse gab (was auch gut schmeckte), aber wir essen ja schon Brötchen am Mittag, also manchmal hätte ich wirklich lieber etwas Heißes gegessen.
Leider kann ich nicht viel über die Einrichtung sagen, weil ich nur mein Zimmer und das von meiner Austauschpartnerin kenne. Sie hat mir den Rest vom Haus nicht gezeigt. Was ich über die beiden Zimmer sagen kann, ist, dass sie sehr ähnlich sind (ich schlief im Zimmer der Schwester meiner Partnerin). Überall hängen Plakate, Fotos, usw.; sie schlafen in kleinen Betten, viel kleiner als meines, ich fühlte mich etwas beengt.
Jeden Morgen musste ich sehr früh aufstehen, um ins Badezimmer gehen zu können, weil die anderen das Bad auch benützen wollten. Dieser Raum hat auch nichts Besonderes, es ist wie überall, und da ich nicht herumschnüffle, weiß ich nicht, was es dort alles gibt. Insgesamt ist das Haus schön und mit Geschmack eingerichtet.
Sarah HaselbachEin einziges Museum! So gross, so riesig... nein, ihr träumt nicht ! Es ist wirklich real ! Ihr tretet in das größte Museum der Naturwissenschaft und Technik auf der Welt.
Tausende Objekte warten auf euch. Ob ihr das Flugwesen und die Luftschifffahrt mögt oder ob ihr den Kopf gerne in den Sternen habt... Tretet ein und kommt in die zauberhafte Welt der Wissenschaften. Hier habt ihr nur eins zu tun: schauen und bewundern.
Das Museum erlaubt euch, in die Zeit zurückzugehen und die Entwicklung der verschiedenen Wissenschaften und Techniken zu entdecken. Alle Generationen und Epochen sind vertreten.
Ihr geht fasziniert aus diesem Museum heraus, freilich ein wenig müde... Dieses Museum ist für seine Originalität und Reichhaltigkeit bekannt. Das Wichtigste ist, dass ihr Gefallen daran findet. Ihr werdet sehr entzückt sein. Also erliegt der Versuchung !
München ist eine grosse Stadt und es gibt viele Dinge zu sehen, zu viele... Im Stadtzentrum gibt es viele schöne alte Gebäude, von denen wir einige besucht haben, die ich sehr interessant fand.
Ich bin zweimal dorthin gegangen. Was mir sehr gefallen ist, waren die Geschäfte, wo man alles kaufen kann! Zum Beispiel „Indica“. Ich habe auch den Marienplatz gesehen.....ein sehr eindrucksvoller Platz. Aber es gibt viele Menschen! Wir haben Glück gehabt: das Wetter war schön. Wir haben viele begabte Strassenmusiker gesehen. Das Stadtzentrum ist sehr lebhaft; man kann es nicht mit Morges vergleichen....
Das Stadtzentrum von Morges ist sehr klein! Wir haben nicht so viele Geschäfte. Aber ich hoffe, dass es trotzdem interessant für die Münchner wird...
Ben, mein Austauschpartner, hat mir gesagt, dass es zweiundzwanzig Macdonalds in München gibt; das hat mich beeindruckt. In Morges gibt es nur einen einzigen, und sogar in Lausanne gibt es nur vier.
Zum Schuss will ich sagen, dass mir das Münchner Stadtzentrum hat sehr gefallen hat, und ich hoffe, dass ich einmal wiederkommen kann.
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